Geschichte der Carrières des Lumières
Bis 1880 brachen Steinmetze hier weiße Kalksteinblöcke von zwei Kubikmetern Größe ab, um das Schloss von Les Baux zu errichten. Diese intensive Tätigkeit hinterließ imposante natürliche Säulen und tiefe Galerien unter dem Berg. Die endgültige Schließung im Jahr 1935 markierte das Ende einer industriellen Ära angesichts des Wettbewerbs moderner Materialien. Diese Industrieüberreste bilden heute den majestätischen Rahmen für die Projektionen.
Der Ort erlangte kulturelle Bedeutung durch Jean Cocteau, der dort 1959 'Le Testament d'Orphée' drehte, fasziniert von seiner mystischen Schönheit. Einige Jahre später gründete Albert Plécy 1977 das Festival 'Cathédrale d'Images' und projizierte Werke auf diese gigantischen Wände. Diese Innovation war Vorläufer der heutigen digitalen Ära der Stätte. So haben Kino und Kunst diesen verlassenen Steinbruch in einen wichtigen Kulturraum verwandelt.
Seit 2012 übernimmt Culturespaces das Management und startet die erste moderne immersive Ausstellung mit Gauguin und Van Gogh. Dieses Eröffnungsevent zog 250.000 Besucher an und bestätigte das enorme touristische Potenzial der Stätte. Die alten Bezeichnungen wurden zugunsten des aktuellen Namens aufgegeben, während der Pioniergeist der Gründer bewahrt blieb. Der große Erfolg validierte schnell diese neue kulturelle Ausrichtung.
Was Sie während des Besuchs sehen können
Der Dante-Saal bildet das Herzstück des Erlebnisses und erstreckt sich 60 Meter unter die Erde, mit natürlichen Säulen, die sieben bis neun Meter hoch sind. Diese Pfeiler dienen als riesige Leinwände für großformatige digitale Kunstprojektion. Die Immersion ist total, wobei das Licht die unregelmäßigen Reliefs des einst abgebauten Rohgesteins umschmeichelt.
Der Picasso-Eingang bietet einen monumentalen Raum, der an die Berge grenzt und den Besucher auf die Entdeckung der Innenräume vorbereitet. Der kleine Projektionsraum zeigt Ausschnitte aus dem Film von Jean Cocteau und erinnert an die filmhistorische Bedeutung des Ortes. Jede Zone ist so konzipiert, dass sie den visuellen Effekt der Projektionen auf den natürlichen Oberflächen maximiert. Die Atmosphäre ist bereits bei Ankunft besonders theatralisch und immersiv.
Der projizierte Inhalt variiert je nach den jährlichen Ausstellungen und bietet stets ein anderes künstlerisches Thema zur Entdeckung. Es ist wichtig, das aktuelle Programm vor Ihrem Besuch zu überprüfen, da sich die Themen regelmäßig ändern. Diese Variabilität garantiert eine erneuerte Erfahrung für Stammgäste der Stätte in Les Baux-de-Provence.
Praktische Tipps für Ihren Besuch
Die Steinbrüche halten das ganze Jahr über eine kühle und stabile Temperatur, im Gegensatz zur stickigen Hitze der Alpilles an der Oberfläche. Planen Sie auch im Sommer eine leichte Jacke ein, um während der einstündigen Besichtigung komfortabel zu bleiben. Da der Boden aus natürlichem Fels besteht, kann er uneben und manchmal rutschig sein.
Tragen Sie geschlossene und bequeme Schuhe, um Sturzrisiken auf unebenen Steinen zu vermeiden. Flache Sandalen oder High Heels werden nicht empfohlen, um optimale Sicherheit in den Galerien zu gewährleisten. Wenn Sie mit kleinen Kindern reisen, wird ein robustes Geländewagen-Geschirr für den kiesigen Weg empfohlen.
Das kostenlose Parkhaus in unmittelbarer Nähe füllt sich im Juli und August schnell, oft schon ab 10 Uhr. Planen Sie Ihre Ankunft vor 9:30 Uhr, um einen Platz nahe dem Eingang zu sichern und lange Wege zu vermeiden. Die Kombination mit dem Schloss Les Baux ermöglicht es, Ihren Tag in diesem beliebten touristischen Bereich optimal zu gestalten.