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Kathedrale von Sevilla: Drei restaurierte barocke Truhen in der Biblioteca Colombina ausgestellt

Das Metropolitankapitel hat die Restaurierung von drei imposanten historischen Truhen aus dem 17. und 18. Jahrhundert abgeschlossen. Die von der Werkstatt Dorantes Harness instand gesetzten Leder- und Goldschmiedearbeiten mit Motiven der Giralda werden ausnahmsweise in der Biblioteca Colombina präsentiert.
Bedeutende denkmalpflegerische Maßnahme am barocken Mobiliar Sevillas
Das Domkapitel der Kathedrale, am Dom von Sevilla, hat den Abschluss der Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten an drei historischen Truhen aus dem 17. und 18. Jahrhundert offiziell bekannt gegeben. Diese für das sevillanische Mobiliarerbe wesentlichen Stücke bedurften eines tiefgreifenden Eingriffs, um die im Laufe der Epochen entstandenen Materialschäden zu beheben und ihre vollständige physische Integrität wiederherzustellen.
Angesichts der technischen Anforderungen, die sich aus der besonderen Typologie dieser Güter ergaben, betraute das Domkapitel die spezialisierte Werkstatt Dorantes Harness mit diesem Großprojekt. Dieser Schritt fügt sich nahtlos in die Leitlinien der Institution ein, zu deren vorrangigen Zielen die dauerhafte Erhaltung, Erforschung und Bewahrung ihres beweglichen und unbeweglichen Vermögens gehört.
Die durchgeführte Maßnahme ermöglichte es, die geschwächte strukturelle Stabilität der Objekte wiederherzustellen und gleichzeitig ihren opulenten Barockschmuck erneut zur Geltung zu bringen. Dieses homogene Ensemble bezeugt die meisterhafte Handwerkskunst jener Kunsthandwerker, die in der Neuzeit für die kirchlichen Schätze der andalusischen Metropole tätig waren.
Besondere Merkmale und Ikonographie der Giralda
Die drei historischen Koffer zeichnen sich auf den ersten Blick durch eine große konstruktive Strenge aus und weisen exakt identische Maße auf. Ihre Fertigung verbindet drei traditionelle, sich ergänzende Materialien: einen Holzkorpus, Beschläge und Verstärkungen aus Metall sowie eine Bespannung aus Haut und Leder, die nach historischen Handwerksmethoden verarbeitet wurde.
Das bemerkenswerteste ikonographische und ästhetische Interesse konzentriert sich auf die Vorderseite der Truhen. Das frontale Dekor entfaltet sich über ein aufwendiges Netz aus metallischen Rosetten und komplexen Zierbeschlägen, die gleichermaßen der materiellen Festigung des Koffers wie seiner repräsentativen optischen Wirkung dienen.
Im Zentrum dieser Komposition aus barocker Goldschmiede- und Schlosserkunst prangt ein Sinnbild des Erzbistums und der Stadt: die Silhouette der Giralda, beiderseits flankiert von zwei Lilienvasen (jarras de azucenas). Dieses marianische und kapitulare Motiv verankert die drei Truhen unmittelbar in der sakralen und monumentalen Identität des großen sevillanischen Gotteshauses.

Das sorgfältige Behandlungsprotokoll der Werkstatt Dorantes Harness
Das von den Kunsthandwerkern und Restauratoren von Dorantes Harness durchgeführte Maßnahmenprogramm kombinierte mehrere Behandlungsphasen unter Wahrung der Originalsubstanz. Der erste Arbeitsschritt widmete sich der Festigung des Holzträgers, wodurch die mechanische Gesamtsteifigkeit des Kastens gegenüber den von den Beschlägen und Ledern ausgeübten Zugkräften wieder gesichert wurde.
Die Lederbezüge wiederum erhielten Spezialbehandlungen, die auf historische Sattler- und Kaschierarbeiten abgestimmt waren, um das Material zu reinigen, seine Feuchtigkeit zu stabilisieren und ausgetrockneten Partien wieder Geschmeidigkeit zu verleihen. Parallel dazu wurden die zahlreichen an der Oberfläche befestigten Metallelemente einer gründlichen Reinigung unterzogen, um Korrosionsrückstände und alte Verschmutzungen zu entfernen, ohne ihre historische Patina zu beeinträchtigen.
Um Fehlstellen auszugleichen, ohne den Gesamteindruck zu verfälschen, nahmen die Spezialisten schließlich eine getreue handwerkliche Nachbildung jener metallischen Zierteile vor, die im Laufe der Jahrhunderte des Gebrauchs verloren gegangen waren. Diese behutsame Rekonstruktion verleiht dem symmetrischen Entwurf der Fassade wieder seine volle dekorative Stimmigkeit.
Temporäre Präsentation in den Räumlichkeiten der Biblioteca Colombina
Nach Abschluss dieser Restaurierungsarbeiten beschloss das Domkapitel, den restaurierten Stücken vor ihrer endgültigen Rückführung eine unmittelbare Sichtbarkeit zu verschaffen. Die drei barocken Truhen wurden vorübergehend ausgestellt in den Räumen der Biblioteca Colombina, die zum Gesamtkomplex der Archive und Bibliotheken der Kathedrale von Sevilla gehört.
Diese renommierte Institution des Kapitels, die einen über Jahrhunderte gewachsenen Bestand von mehr als 100.000 Bänden umfasst und die bedeutendste Bibliothek Sevillas darstellt, bietet einen historischen Rahmen, der direkt an die archivalischen und konservatorischen Funktionen anknüpft, welche diese Truhen einst erfüllten.
Öffentlichkeit und Besucher können so die Details des Leders, die Strenge der Holzverbindungen und den wiederhergestellten Glanz der schmiedeeisernen Rosetten aus nächster Nähe betrachten, welche den Turm der Giralda darstellen und die fortwährende Pflicht zur Bewahrung des Kunstschatzes durch das Domkapitel versinnbildlichen.
Quellen: catedraldesevilla.es